Sitzlifte

Der Sitzlift ist mit ca. 80 Prozent die in Deutschland meist gekaufte Treppensteighilfe. Er wird meist von älteren Menschen gekauft, die nicht mehr alleine die Treppe bewältigen können, aber sich selbstständig in den Treppenlift setzen können. Für Rollstuhlfahrer eignet sich der Sitzlift nur bedingt, da der Nutzer sich selbst aus dem Rollstuhl in den Treppenlift bewegen muss.

Ausführungen

Sitzlifte gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen. Sie können so auf fast jeder Treppe installiert werden. Auch enge Treppen und sogar die meisten Wendeltreppen können mit einem Sitzlift ausgestattet werden.

Innenlift und Außenlift

Innenlift / Außenlift

Bei Sitzliften für den Außenbereich sind alle Komponenten (Sitz und Schiene) wetterfest. So sind Außenlifte geeignet für Hitze, Kälte und Feuchtigkeit. Dafür zahlt man für Außenlifte auch etwas mehr, als für vergleichbare Lifte für den Innenbereich.

Treppenlift für gerade Treppe und für kurvige Treppe

Gerade Treppe / Treppe mit Kurve

Sitzlifte für kurvige Treppen sind meist doppelt so teuer wie für gerade Treppen. Dies liegt daran, dass die Schiene fast immer eine Spezialanfertigung ist, die an die Treppe angepasst wird. Bei einer geraden Treppe muss die Schiene nur geschnitten werden.

Einrohrsystem und Zweirohrsystem

Einrohrsystem / Zweirohrsystem

Die Schiene bildet das eigentliche Herzstück des Sitzliftes. Das Zweirohr-System bietet gegenüber dem Einrohrsystem den Vorteil, dass der Sitz nicht "kippen" kann und so stabiler ist. Die Fahrt ist etwas ruhiger als beim Einrohrsystem, dafür ist die Schiene auch etwas teurer.

Innenläufer und Außenläufer

Innenläufer / Außenläufer

Die Schiene wird meist direkt auf den Stufen montiert. Entweder an der Innen- oder an der Außenseite der Treppe. In der Regel bietet sich die Innenseite an, da der Weg hier kürzer ist und somit weniger Schiene benötigt wird. Auf Grund von baulichen Gegebenheiten (Türen, Hindernisse, usw.) kann es aber auch Sinn ergeben den Lift an der Außenseite zu montieren.

Weitere Unterschiede

Neben der Unterscheidung in der Ausführung gibt es weitere Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen und Möglichkeiten zur Individualisierung.

Polsterung und
Schienenfarbe

Bei den meisten Modellen kann die Art der Polsterung und die Farbe aus einem Katalog gewählt werden. Auch die Farbe der Schiene kann man bei einigen Anbietern wählen, so dass diese in das Bild des Treppenhauses passt.

Sitz klappbar oder
drehbar

Um die Treppe nicht zu verengen sind die meisten Sitze (inklusive Armlehnen und Fußstützen) klappbar. Es gibt aber auch Modelle, bei denen sich der Sitz am unteren und oberen Ende der Treppe elektrisch zur Seite dreht und so neben der Treppe verschwindet.

Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit von Treppenliften liegt zwischen 12 und 20 cm pro Sekunde. Bei einer normalen geraden Treppe bedeutet dies eine Fahrtzeit von 16 bis 27 Sekunden. Es gibt auch Modelle, die vor Kurven die Fahrt verlangsamen und in den Geraden wieder beschleunigen.

Belastbarkeit

Alle Sitzlift-Modelle haben eine Gewichtsbeschränkung. Diese liegt zwischen 120 und 160 kg.

Fernbedienung

Jeder Sitzlift verfügt über zwei Fernbedienungen, welche am unteren und oberen Bereich der Treppe gut erreichbar angebracht sind. Über diese Fernbedienungen lässt sich der Lift "rufen", aber auch in eine gewünschte Parkposition schicken. Die Fernbedienung funktioniert dabei entweder über Funk- oder per Infrarotübertragung.

Sicherheit

Betriebsfähigkeit bei Stromausfall

Fast alle modernen Sitzlifte verfügen über einen Akku. Dieser wird an den Haltestationen automatisch aufgeladen. Auch bei einem Stromausfall während des Betriebes, kann der Treppenlift so weiterfahren.

Sicherheitsgurt

Alle Sitzlift-Modelle sollten mit einem Sicherheitsgurt ausgestattet werden. Diesen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen: Als einfachen Beckengurt, 3-Punkt-Gurt oder 5-Punkt-Gurt. Einige Sitzlifte sind mit einer Sicherheitsfunktion ausgestattet, mit welcher sich der Lift nur in Betrieb setzt, wenn der Gurt angelegt wurde.

Hindernisse auf der Treppe

Einige Sitzlifte sind mit Sensoren am Fußbrett ausgestattet. Diese sorgen dafür, dass der Treppenift automatisch stoppt, wenn sich ein Hindernis auf der Treppe befindet.

Preise

Die Preise unterscheiden sich je nach Ausführung, Ausstattung und Anbieter stark. Den größten Unterschied gibt es bei der Ausführung der Treppe (gerade Treppe, Treppe mit Kurve, Wendeltreppe). Kauft man einen Sitzlift gebraucht, so ist eine Ersparnis möglich. Diese fällt allerdings bei geraden Treppenliften niedriger aus.

In der nachfolgenden Tabelle erhalten Sie einen groben Überblick über die üblichen Preise von Sitzliften.

Neuer Sitzlift
Kurvige Treppe
Neuer Sitzlift
Gerade Treppe
Gebrauchter Sitzlift*
Kurvige Treppe
Gebrauchter Sitzlift*
Gerade Treppe
Etagen: 1 1 1 1
Kosten inkl. Einbau: 7.000 Euro 3.500 Euro 6.000 Euro 3.000 Euro
Abzüglich Zuschuss: -4.000 Euro -3.500 Euro -4.000 Euro -3.000 Euro
Verbleibende Kosten: 3.000 Euro 0 Euro 2.000 Euro 0 Euro

* Bei Kauf über einen Händler inkl. Einbau

Zuschuss

Die Pflegekasse gibt für die Installation eines Sitzliftes einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro. Voraussetzung ist das Vorliegen eines Pflegegrades, wobei der Pflegegrad 1 bereits genügt.

Wie Sie den Zuschuss beantragen erfahren Sie hier:

Antrag auf Zuschuss

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Gebrauchte Sitzlifte

Sitzlifte werden auch gebraucht gehandelt. Man findet private Angebote auf Online-Plattformen wie eBay Kleinanzeigen und Treppenlift-Gebraucht.com. Dabei sollte aber beachtet werden, dass der Lift in den meisten Fällen selbst abgebaut und installiert werden muss. Eine Garantie für einen reibungslosen Betrieb gibt es nicht und die regelmäßige Wartung muss man selbst übernehmen. Zudem kann es schwierig werden, einen Zuschuss der Pflegeversicherung für einen selbst installierten Lift zu erhalten.

Aber auch Händler bieten gebrauchte Sitzlifte an. Meist sind diese generalüberholt und werden inklusive Garantie verkauft. Da bei Händlern eine ordentliche Rechnung gestellt wird, kann dann auch der Zuschuss gewährt werden. Die Ersparnis bei gebrauchten Sitzliften ist bei geraden Treppen deutlich größer als bei Treppen mit einer oder mehreren Kurven. Dies liegt daran, dass die Schiene bei kurvigen Treppen fast immer individuell angefertigt werden muss. Von dem gebrauchten Lift kann also nur der Sitz und der Antrieb übernommen werden.

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Andere Modelle

Der Sitzlift ist das meistgekaufte Modell unter den Treppenliften. Dies liegt vor allem an dem günstigen Preis im Vergleich zu anderen Modellen.

Für Rollstuhlfahrer ist der Sitzlift allerdings nur dann geeignet, wenn sich der Nutzer selbstständig aus dem Rolli heben kann. Für alle anderen Rollstuhlfahrer eignen sich die beiden anderen Treppenlift-Modell besser, auch wenn der Preis etwas höher ist:

Geschrieben von

Dirk Staudinger berät bereits seit dem Jahr 2005 Treppenlift-Interessenten über das Internet.